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Das Leben mischt die Karten, aber du spielst das Spiel.

nach Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)

„Siedler von Catan“, ein herrliches Spiel. Ich liebe es, mich hemmungslos auszubreiten und zu raffen, was ich bekommen kann. Komisch nur, dass meine Lieben nicht so richtig viel Spaß dabei haben, wenn ich jedes Mal gewinne. Wie können sie nur so engherzig sein?? Okay, meine Freude am Spiel wäre vermutlich auch etwas eingeschränkt, wenn ich dabei nicht ebenfalls meine Erfolge verbuchen könnte. Und nicht nur rücksichtslos auf das eigene Wohl bedacht zu sein, ist eine Frage der Fairness, des Respekts und des Anstandes. Mist! Schöner ist es dann wohl, wenn alle gewinnen können. Vielleicht wie bei einem Fußballspiel. Hier kommt es auf die Teamarbeit an. Das gelungene Zuspiel untereinander erhöht die Wahrscheinlichkeit des Erfolges für alle. Der Sieg ist dann nicht einem Einzelnen, sondern der ganzen Mannschaft zu verdanken. Ein abwechslungsreiches Kombinationsspiel ist eine Freude anzusehen (Das Runde muss in das Eckige). Für jeden? Was ist mit den Ersatzspielern auf der Bank? Bestimmt freuen sie sich über die Leistung ihrer Mannschaft – doch hätten sie vermutlich auch gerne ihre Beiträge dazu geleistet. Nur dabei zu stehen und nicht mitspielen zu dürfen, ist nicht schön. Ich kann mich gut an die Phase meines Lebens erinnern, als ich mit unseren Kindern das Heimchen am Herd war. Alle unsere Freunde waren aus den Erziehungszeiten längst heraus. Wenn wir uns als Eltern mit ihnen trafen, bestimmten oft die verschiedenen beruflichen (außerhäuslichen) Tätigkeiten die Gesprächsthemen. Ich konnte nicht mitreden. Das war für mich manchmal ein wirklich blödes Gefühl. Doch ein einfacher Perspektivwechsel half mir dann oft weiter: Manche Spiele werden gleichzeitig gespielt, allerdings auf verschiedenen Feldern. Das bedeutet keineswegs, dass das eine wichtiger ist, als das andere.

Es kann aber auch passieren, dass ungünstige Umstände ein weiteres Spielen zunächst unmöglich machen. Beim Fußball kann das z. B. ein falscher Schritt oder ein Foul sein. Da kommt man äußert unsanft zu Fall und liegt verletzt am Boden. Das Spiel wir nur kurz unterbrochen, dann geht es ohne den Betroffenen weiter. Zunächst mag im Umfeld noch der Gedanke an das Geschehene präsent sein, bald aber ist es vergessen. Nicht aber bei dem Verletzten. „Das tut verd… weh!!!“, „Wie konnte das geschehen?“, „Werde ich jemals wieder spielen können?“ … . Sich jetzt zu verkriechen und die Decke über den Kopf zu ziehen, kann sehr verlockend sein. Die Wahrscheinlichkeit, bald wieder aus der Dunkelheit herauszufinden, ist dann jedoch gering. Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke! Bei einer Verletzung ist eine sachkundige Versorgung entscheidend! Diese und eine gesunde Portion Zuversicht können manchmal echte Wunder wirken. Vielleicht kann der Betreffende nicht wieder in das alte Team zurück. Aber es gibt auch andere Spiele, bei denen sich das Teilnehmen lohnt. Rückblickend ist vielleicht so manche erzwungene „Auszeit“ mehr als sinnvoll gewesen, weil sie dafür gesorgt hat, dass eine Weiche im Lebens anders gestellt werden musste. So etwas kann sich im Nachhinein als ein beachtlicher Gewinn herausstellen.

Anders als bei Schach geht das Leben nach dem Schachmatt weiter.

Isaac Asimov (1920 – 1992)

Alles Liebe, eure Gisela

Für Fragen und Anregungen bin ich wie immer unter gisela.unterloehner@isbw.de erreichbar.