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Vielfalt Familie(n)leben

Ich habe mich gefragt:

Wer definiert eigentlich, was bzw. wer eine Familie ist?

Liebe Leser*innen, wie ist das denn bei euch?

Woran denkt ihr als erstes, wenn ihr das Wort „Familie“ hört?

Besteht eine typische Familie aus Vater, Mutter, Kind(ern)?

…wenn ich mich so umschaue und umhöre entsteht der Eindruck, dies ist das häufige und „klassische“ Familienbild.

Aber wie sieht die Realität aus, wer ist Teil (d)einer Familie?

Gehören zur Familie die Eltern, Geschwister, oder der*die Partner*in und Kind(er)?
Gehören auch die Großeltern dazu? Und die Tante(n), Onkel und weitere Verwandte?
Sind es die leiblichen, also biologischen Eltern, oder die Pflege-, Adoptiv- oder Stiefeltern?

Und wie sind die Rollen innerhalb der Familie verteilt? Wer geht zum Beispiel (Vollzeit) arbeiten? Wer kauft ein, kümmert sich um den Haushalt und kocht das Essen? Wer erzieht die Kinder und wer übernimmt die Pflege von (älteren) Familienmitgliedern?
Und spannend finde ich außerdem, wie die Pflege und Erziehungsleistung Zuhause gegenüber der Arbeit am externen Arbeitsplatz wertgeschätzt und honoriert wird!?

Oftmals habe ich den Eindruck, das klassische Familienbild „Vater, Mutter, Kind(er)“ mit einer festen Rollenverteilung zwischen Mann (geht arbeiten) und Frau (ist für Haushalt, Pflege & Erziehung zuständig) ist sehr fest in unseren Köpfen verankert. Wenn ich durch die Gegend fahre, sehe ich Plakate und Banner die mir das klassische Bild von Familie vor Augen führen. Oder wenn ich manchmal den Fernseher anschalte, sehe ich in Serien oder in der Werbung oft Familien, bestehend aus Mann, Frau und Kind(ern), manchmal gehören auch die Großeltern dazu, die ebenfalls Mann und Frau sind. Der Mann kommt meist von „der Arbeit“, die Frau kauft ein und holt die Kinder vom Kindergarten oder der Schule ab. Nehmt ihr das auch so wahr?

Ich finde, hier kann sich noch einiges tun und viele von uns können unser Verständnis von Familie einmal mehr überdenken und reflektieren.

Denn in meinen Augen ist Familie so vielfältig: Ein kinderloses (Ehe)Paar kann genauso als Familie gesehen werden, wie der alleinerziehende Vater mit 2 Kindern, oder die alleinerziehende Mutter mit einem Kind.

Habt ihr schon vom Begriff „Regenbogenfamilie“ gehört? Und was bedeutet eigentlich „Patchwork-Familie“?

Eine Patchwork-Familie besteht zum Beispiel aus einer Mutter oder einem Vater mit Kind(ern) aus einer vorherigen Partnerschaft, und einem/einer neuen Lebenspartner/in, manchmal ebenfalls mit Kind(ern). Sie wird auch Stieffamilie genannt. Die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft mit Kind(ern) wird als Regenbogenfamilie bezeichnet. Auch weitere im Haushalt lebende Angehörige aus mehreren Generationen gehören zur Familie, und sollten als Teil dieser gesehen und mit bedacht werden.

Ich denke, dass egal in welcher Familienkonstellation gelebt wird, ähnliche Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen bestehen, was das Zusammenleben innerhalb der Familie angeht. Dabei fallen mir als Beispiele ein gutes, friedliches Zusammenleben, das miteinander teilen von Gefühlen (z.B. Freude und auch Leid), sowie offen miteinander reden können, ein. Für manche ist es möglicherweise ein wichtiger Bestandteil von Familie, sich gegenseitig zu unterstützen, wertzuschätzen und zu akzeptieren, wie man ist. Auch einfach „da zu sein“ kann das Miteinander in einer Familie ausmachen. Im besten Fall sind Familienmitglieder untereinander verständnisvoll und geduldig, hören zu (oder lesen vor J). Je nach Alter und Lebensabschnitt sehe ich da einige unterschiedliche, aber auch viele ähnliche Bedürfnisse.
Welche fallen euch ein, wenn ihr darüber nachdenkt?

An den ISBW Standorten Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren gibt es unter anderem das Projekt „Macht Mut – Familie(n)Leben“, welches für alle Familienformen und Familienmitglieder unterstützend, beratend und begleitend zur Seite steht und dabei auf die individuelle Situation jeder Familie eingeht. Denn das „eine Patentrezept“ für herausfordernde Situationen kann es aus meiner Sicht nicht geben, aber die Möglichkeiten der Unterstützung sind sehr vielfältig!
Mehr über dieses Projekt, und weitere Angebote für und mit Familien könnt ihr unter: https://www.isbw.de/fachstelle_arbeitsleben/  erfahren.

Denn: Familie ist bunt – So steht es auch auf der Homepage der familieninfo-mv.de !
Schaut dort gerne mal vorbei, für viele weitere Informationen zu Familienthemen und für Unterstützungsangebote in allen Lebenslagen.

Und wenn ihr Lust habt, schickt mir gerne eure Antworten und Gedanken zu den Fragen oder zum Thema Familie an jacqueline.koch@isbw.de

Liebe Grüße, und bis zum nächsten Beitrag!