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Gute Reise

„Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kannst du nicht wissen, wohin sie dich tragen.“
(Bilbo Beutlin in Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien)

 Das Buch „Herr der Ringe“ von Tolkien erfreut sich Dank der – meiner Ansicht nach grandiosen – Verfilmung eines hohen Bekanntheitsgrades. Ich las es das erste Mal mit 17 Jahren. Damals wohnte ich auf einem kleinen Dorf, mit sehr viel Gegend drum herum und einer ganzen Menge an Trampelpfaden. Die oben zitierte Aussage ließ mich diese Wege mit anderen Augen sehen. So viele Möglichkeiten, an unbekannte Orte zu gelangen. Die Gefahr, quasi aus Versehen viel weiter zu laufen, als beabsichtigt (z. B. bis zu Smaugs Einöde 😉 ), schien für mich persönlich nicht sehr real, dafür war ich damals deutlich zu faul.

Der Gedanke aber, dass schon mit dem ersten Schritt eine Reise begonnen wird, bei der das Ziel noch nicht erkennbar sein muss, fand ich sehr inspirierend. So betrachtet, war für mein Leben viel mehr möglich, als sich bis dahin in meinem pubertierenden Hirn abzeichnete. Wohin konnte ich nicht gelangen?? Bei der Fahrschule lernte ich, dass ich mich nachts beim Auto Fahren, nicht an den entgegenkommenden Lichter orientieren durfte, sonst würde ich darauf zusteuern. Wichtig ist also, was ich auf meinem Weg ins Auge fasse. Fixiere ich mich auf ungewisse Zukunftsängste, kann ich leicht ins Straucheln kommen. Schaue ich aber auf das, worauf ich gespannt bin, mich freue und was mein Leben in der Zukunft bereichern könnte, kann ich u. U. sogar meine Faulheit überwinden und mich auf den Weg machen. Wobei es nicht darauf ankommt wie schnell ich bin.

Gimli, der Zwerg, sagt in einer Filmszene vom Herrn der Ringe: „Wir Zwerge sind die geborenen Sprinter, mordsgefährlich über kurze Strecken … .“ Nicht unbedingt der Ansatz, der bei langen Wegen Erfolg versprechend ist. Bin ich zu schnell unterwegs, kann mir leicht die Puste ausgehen und das Ziel scheint auf einmal unerreichbar weit. Bewege ich mich aber in einem angenehmen Reisetempo, mache einen Schritt nach dem anderen und setzte mir Zwischenetappen, komme ich meinem eigentlichen Ziel Stück für Stück – fast unmerklich, aber kontinuierlich – näher. Die Erfahrung habe ich auch beim Joggen gemacht. Schaue ich auf das Ende der Strecke, möchte ich immer schneller werden, um das Ziel endlich zu erreichen – bis ich außer Puste bin und pausieren muss. Richte ich mein Augenmerk aber auf den Weg, ist jeder Schritt ein kleines Ziel, und oft bin ich dann überrascht, bereits am Ende der Strecke angekommen zu sein. Und wir sind ja auch häufig nicht alleine unterwegs. Sich gegenseitig aufzumuntern und Mut zu machen, kann ein echter Kraftspender und Motivator sein.

„Treulos ist, wer Lebewohl sagt, wenn die Straße dunkel wird.“

(Gimli, der Zwerg im Buch Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien)

In diesem Sinne: „Gute Reise!“, eure Gisela

Für Fragen und Anregungen stehe ich wir immer unter gisela.unterloehner@isbw.de zu euren Diensten ;-).